HOWTO: Gitweb für Gitosis, oder wie der Git Server sichtbar wird

Nachdem ich hier erst letztens aufgezeigt habe wie man seinen eigenen Git Server mithilfe von Gitosis aufsetzt, möchte ich heute noch etwas tiefer in die Materie vordingen. Heute soll der Git Server visualisiert werden mithilfe von Gitweb.

Nachdem ich hier erst letztens aufgezeigt habe wie man seinen eigenen Git Server mithilfe von Gitosis aufsetzt, möchte ich heute noch etwas tiefer in die Materie vordingen. Heute soll der Git Server visualisiert werden mithilfe von Gitweb.

Gitweb

Im Prinzip ist Gitweb recht flott installiert wenn man auf die Paketverwaltung der Distribution seines Vertrauens setzt. In meinem Beispielfall ist das Debian und mittels

$ aptitude install gitweb

wird die Software installiert. Damit Gitweb auf die eigenen Repositories zugreifen kann muss natürlich die Konfiguration /etc/gitweb.conf angepasst werden:

# path to git projects (.git) - hier auf das bei der installation von gitosis eventuell angepasste Verzeichnis linken
$projectroot = “/home/git/repositories/”;

# directory to use for temp files
$git_temp = “/tmp”;

# target of the home link on top of all pages
#$home_link = $my_uri || “/”;

# html text to include at home page
$home_text = “indextext.html”;

# file with project list; by default, simply scan the projectroot dir.
# $projects_list = $projectroot;

# Point to projects.list file generated by gitosis. - Hier ist wieder ein anpassung erforderlich wenn das homeverzeichnis wie bei unserem Beispiel angepasst wurde
$projects_list = “/home/git/gitosis/projects.list”;

# stylesheet to use
$stylesheet = “/gitweb.css”;

# javascrip code for gitweb
$javascript = "gitweb.js";

# logo to use
$logo = “/git-logo.png”;

# the ‘favicon’
$favicon = “/git-favicon.png”;

# A list of base urls where all the repositories can be cloned from.
# Easier than having per-repository cloneurl files.
@git_base_url_list = (’git://git.host.example’);

#$strict_export = “true”;

$projectroot – der Pfad zu den von gitosis erzeugten Repositories, in unserem fall /home/git/repositories;
$projects_list – damit wird gitweb gezeigt welche Repos vorhanden sind, entweder indem man auf das root Verzeichnis verweist oder auf eine Datei die eine Liste der Repositories beinhaltet. Verweist man auf die von gitosis erzeugte Projektliste “/home/git/gitosis/projects.list”; kann man über die Konfiguration von gitosis gezielt steuern, welche Repos angezeigt werden sollen.
Projekte die nicht angezeigt werden können mit obiger Konfiguration trotzdem noch durch direkten Aufruf über die Adressliste des Browsers erreicht werden. Soll auch dieser Aufruf unterbunden werden muss man den strict_export parameter auf true setzen, einfach dazu das Kommentarzeichen entfernen.

Nun muss noch im Webserver, in meinem Falle Apache2, richtig konfiguriert werden. Dazu habe ich eine eigene virtuelle Domain eingepflegt in folgender Datei /etc/apache2/sites-available/gitweb:

<VirtualHost *:80>
    ServerAdmin john@example.com
    DocumentRoot /var/cache/git
    ServerName git.example.com
    Alias /gitweb.css /usr/share/gitweb/gitweb.css
    Alias /git-favicon.png /usr/share/gitweb/git-favicon.png
    Alias /git-logo.png /usr/share/gitweb/git-logo.png
    ScriptAlias / /usr/lib/cgi-bin/gitweb.cgi
</VirtualHost>

Abschließend muss noch der Benutzer des Webservers www-data der gitosis gruppe hinzugefügt werden, damit der lesende Zugriff erfolgen kann. Danach wird die neu erstellte Subdomain noch aktiviert

$ a2ensite gitweb

Und Apache neu gestartet

$ /etc/init.d/apache2 reload

Wer cgi noch enabeln muss sollte danach nicht vergessen Apache ganz neu zu starten

$ /etc/init.d/apache2 restart

Und schon sollte der eigene Gitweb Zugriff fertig aufgesetzt sein.

Gitweb in der Gitosisconf

Fehlt natürlich noch die Konfiguration der Repositories um einzelne Projekte in Gitweb auszublenden

Im allgemeinen Bereich definiert hier der vorsichtige User folgendes:

[gitosis]
daemon = no
gitweb = no

Damit schließt man prinzipiell alle Projekte von der Ansicht in Gitweb aus. So wechselt man von einem Opt-Out Verfahren bei dem bei jedem Repo angegeben hätte werden müssen dass es nicht angezeigt werden soll, zu einem Opt-In, bei dem man sich bewusst für das anzeigen in Gitweb entscheiden muss.

Will man nun zB das Repository test in Github angeboten bekommen ist folgender Eintrag notwendig:

[repo test]
description = A repository where tests can take place
owner = testuser
daemon = no
gitweb = yes

Viel Spaß mit Git im Web!

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Will man seinen Gitosis – Gitserver etwas öffentlicher gestalten und der Allgemeinheit lesenden Zugriff auf seine Repositories gewähren will, dem steht das git Protokoll zur Auswahl. Der entsprechende Daemon ist unter Debian denkbar leicht zu installieren

Will man seinen Gitosis – Gitserver etwas öffentlicher gestalten und der Allgemeinheit lesenden Zugriff auf seine Repositories gewähren will, dem steht das git Protokoll zur Auswahl. Der entsprechende Daemon ist unter Debian denkbar leicht zu installieren

$ aptitude install git-daemon-run

Der Git Daemon verwendet jedoch nicht die üblichen /etc/init.de/ Runscripte sondern nutzt runit/runsv. Ein entsprechender Symlink hilft da alten Gewohnheiten schnell mal auf die Sprünge:

$ ln -s /usr/bin/sv /etc/init.d/git-daemon

Abschließend noch die Konfiguration /etc/sv/git-daemon/run an die Pfade von Gitosis angepasst (Hier als Beispiel mit dem angepassten Home Verzeichnis aus dem dazugehörigen Gitosis Tutorial):

#!/bin/sh
exec 2>&1
echo ‘git-daemon starting.’
exec chpst -ugitdaemon "$(git --exec-path)"/git-daemon --verbose --reuseaddr --base-path=/home/git/repositories /home/git/repositories

–reuseaddr ermöglicht es dem gitserver neu zustarten ohne auf bestehende Verbindungen rücksicht nehmen zu müssen und auf ein Timeout warten zu müssen.

Und schon steht dem giten über das eigene Protokoll nichts mehr im Wege. Außer vielleicht die Firewall, da brauchts ein extra Löcherl auf Port 9418.

Gitosis

In Gitosis gilt es nun noch den Git Daemon zu konfigurieren:
Der allgemeine Teil erhält ein generelles Opt-Out:

[gitosis]
daemon = no

Einzelne Repositories werden dann aktiv geschalten:

[repo test]
description = A repository where tests can take place
owner = testuser
daemon = yes

git://git.example.org/gutes_gelingen.git

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In diesem Tutorial setzen wir Gitosis auf dem neuesten Debian Squeeze Release, Version 6.0.3, auf. Dazu wurde das Betriebssystem in einer Virtual Machine aufgesetzt.

Zu erst installieren wir Git, den Kern unseres Tutorials:

# aptitude install git-core

Danach wird mit der Installation von Gitosis fortgefahren. Dabei könnten, so noch nicht installiert, diverse Abhängigkeiten zu Python installiert werden. Außerdem wird ein User mit dem Namen Gitosis, ebenso wie eine namensgleiche Gruppe und unter /srv/gitosis ein Homeverzeichnis für den User angelegt.

# aptitude install gitosis

Nach der Installation benötigt man einen ssh-rsa Key um sich als Administrator zu registrieren. Diesen benötigt man auf der Client Seite. Unter Windows ist dieser zB mit Puttygen zu erzeugen. Unter Linux wäre der Befehl:

ssh-keygen –t rsa –C “john@example.com

Dieser funktioniert auch in der Git Bash so man unter Windows auf msysgit zurückgreift.

Dabei werden 2 Files erzeugt: id_rsa (Private Key) und id_rsa.pub (Public Key).

Der Public Key wird nun auf den Linux Server transferiert, der Private Key bleibt nur am Client. Der Transfer kann mittels scp oder wget durchgeführt werden. Abgelegt sollte er unter dem Benutzernamen mit dem man am Server unterwegs ist in folgendes Verzeichnis: /etc/gitosis/sshkeys z.B. /etc/gitosis/sshkeys/theuser

Nicht vergessen darf man, dass man dem gitosis User alle notwendigen Rechte auf den Key verpasst:

# chown -R gitosis:gitosis /etc/gitosis/sshkeys

Möchte man das Homeverzeichnis des gitosis Users an einen anderen Ort legen kann man das wie folgt:

# mkdir /home/git

# usermod -d /home/git gitosis

Nicht vergessen rechte geben!

# chown -R gitosis:gitosis /home/git

Nun sind wir soweit, das Admin Repository kann angelegt werden. Gitosis verwendet nämlich ein eigenes Git Repository in dem alle Daten zur Erzeugung der individuellen Repositories und zur Steuerung der Rechte auf diese hinterlegt werden. Dazu wechseln wir auf den gitosis User

# su gitosis

und initialisieren dann den Dienst

$ gitosis-init < /etc/gitosis/sshkeys/thefake

Dabei müssten zwei Zeilen ausgegeben werden die in etwa so aussehen:

Initialized empty Git …
Reinitialized existing Git …

Hat der Server den SSH Port nicht wie standardmäßig auf Port 22 sondern z.B. auf 22222, muss am Client selbst unter ~/.ssh ein File mit dem Namen config angelegt werden. Dort trägt man dann den Host sowie den Port auf dem SSH zu finden ist ein:

Host 10.0.0.3
Port 22022

Nun steht dem initialen Auschecken des Admin-Repositories nichts mehr im Wege. Wir wechseln deshalb auf den Client, auf dem wir Git bereits installiert haben und holen uns das Repository folgendermaßen:

$ git clone gitosis@10.0.0.3:gitosis-admin.git

Dabei erhält man eine lokale Kopie der Configuratinsdatei sowie des Schlüsselverzeichnisses.

Um nun ein neues Repository anzulegen editiert man das Configurationsfile gitosis.conf mit einem Editor seiner Wahl und ergänzt es um folgende Zeilen

[group projektname]
writable = projektname
members = user@example.com

group benennt eine Gruppe von Usern, über die Kindattribute writable und members werden deren Rechte sowie deren Identitäten festgelegt. So kann im obigen Beispiel der Benutzer user@example.com auf das Projekt projektname zugreifen. Mittels Leerzeichen kann man hier mehrere User oder Repositories angeben. Mehr dazu später oder auf in der Gitosis Dokumentation zur Configurationsdatei.

Der Benutzer user@example.com benötigt einen public ssh-rsa Key der im Administrations-Projekt im Unterverzeichnis keydir hinterlegt werden muss. Dabei gilt die Namenskonvention <gitemailadresse>.pub

Erst commiten wir die neue Configuration ins lokale Repository

$ git commit -a -m „Added new repository ‚projektname'“

Anschließend wird die Configration auf den Server aufgespielt.

$ git push

Und schon können wir ein neues Projekt beginnen. Dazu erstellen wir ein neues Verzeichnis, initialisieren darin ein Git Projekt und legen eine erste Datei an.

mkdir projektname
cd projektname
git init
echo „This is a test file.“ > README
git add README

Nachdem wir das lokale Repository mit dem eben konfiguriertem Remote Repository verbunden haben commiten wir unsere lokalen Änderungen und laden diese auf den Server.

git remote add origin gitosis@10.0.0.3:projektname
git commit -a -m „Initial commit“
git push –all

Will man weitere Benutzer hinzufügen muss man deren Public Key wie vorhin beschrieben im Administrationsprojekt ablegen und fügt die Email Adresse in der Konfiguration einfach per Leerzeichen hinzu:

[group projektname]
writable = projektname
members = user@example.com another@example.com

Das ganze wird wieder commited und auf den Server gepushed, und schon ist der neue Benutzer berechtigt auf das Repo zuzugreifen.

Möchte man allgemeine Leserechte in einem Repository vergeben, ohne dass dazu ein User eingetragen werden muss, kann man dies individuell steuern indem man eine Kontrolldatei anlegt:

sudo touch /home/git/repositories/test.git/git-daemon-export-ok

Und fertig ist der Git Server. In einem weiteren Blogeintrag werde ich noch über die Installation einer Webmaske berichten. Also schaut mal wieder vorbei.

——–

Achja, sollte man noch nicht so fit mit Git selbst sein kann ich hier ein paar gute Links empfehlen:

Setting up Git (for Github)http://help.github.com/win-set-up-git/ Eine Installationsaleitung für Git unter WIndows. Die darin enthaltenen Informationen bezüglich User und User Email möchte ich nochmal hervorheben:

$ git config –global user.name “Firstname Lastname”

Damit setzt man den Namen seines Benutzers für alle Git Instanzen auf dem System

$ git config –global user.email „your_email@youremail.com

Dieser Befehl setzt die Email mit der auch über Gitosis der Key gematched wird. Sie dient somit als zentrales Element der Identifikation.

Generell sind die Github Manpages recht gute Quellen um sich mit Git vertraut zu machen.

Git Tutorials bei Kernel.org – http://web.archive.org/web/20110613161039/http://www.kernel.org/pub/software/scm/git/docs/gittutorial.html

Leider derzeit offline, aber in meinen Augen der beste Überblick über die Befehle von Git, über die WayBackMachine noch erreichbar.

Wer sich vertiefend mit dem Thema auseinandersetzen will dem sein zwei Online Bücher ans Herz gelegt:

Git In The Trencheshttp://cbx33.github.com/gitt/ bzw der Source vom Buch auf Github https://github.com/cbx33/gitt

ProGithttp://progit.org/book/

Bis zum nächsten Commit!

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